
Gehörst du zu denen, die auch gerne mal größere oder kleinere Geschichten schreiben würden, aber gar nicht wissen, wie und wo sie anfangen sollen? Dann lies weiter, denn in diesem Artikel möchte ich dir helfen, genau diese Anfangshürde zu überwinden und ins Schreiben zu kommen.
Wahrscheinlich hast du einen inneren Wunsch, etwas zu erzählen. Und womöglich hast du auch schon erste Bilder im Kopf, eine spezielle Figur oder ein Thema, über das du gerne schreiben würdest. Vielleicht siehst du auch schon die ganze Story auf Kinoleinwandgröße vor deinem inneren Auge vorbeiziehen. Und trotzdem bleibt das Blatt vor dir weiß, weil sich in dem Moment, in dem du versuchst, deine Idee in Worte zu fassen, alles plötzlich viel zu vage und unkonkret anfühlt.
Denk jetzt bitte bloß nicht, dass du wohl einfach nicht schreiben kannst. Oder dass du wohl nicht kreativ genug bist. Nichts davon stimmt an dieser Stelle. Du bist einfach noch nicht geübt darin, ins Schreiben zu kommen. Das ist alles.
Weswegen du in diesem Blogbeitrag nicht nur 20 Ideen, bzw. Ausgangspunkte für deine erste Story von mir bekommst, sondern auch 3 erprobte Wege, mit dem Schreiben zu beginnen.
Falls dir das noch niemand gesagt hat: Überarbeiten ist ein zentraler Teil des Schreibprozesses. Nichts, was du in der ersten Version aufschreibst, ist in Stein gemeißelt. Alles kann und darf und wird wahrscheinlich nochmal bearbeitet werden.
Also entspann dich, nimm dir den Druck raus und schau erstmal, dass du eine Geschichte in ihrer (unperfekten) Rohform aufs Blatt bekommst.
Los geht’s!
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Hej, hier schreibt Kiki
Autorin der Triathlon-Trilogie, Schreibpädagogin für Kreatives und Autobiografisches Schreiben, vor einigen Jahren nach Südschweden ausgewandert und gerne in Bewegung! Ich lebe mit meiner Familie in einem typischen roten Schwedenhaus mitten im Wald und habe den Kopf voller Geschichten. Lebensmotto: Man muss die Feste feiern, wie sie kommen 💙
Geschichten zum Schreiben: 20 Ideen, mit denen du anfangen kannst
Bevor du dir jetzt eine Idee aussuchst, lohnt es sich, einen kleinen Schritt zurückzugehen und dir bewusst zu machen, worauf es an dieser Stelle im Schreibprozess eigentlich ankommt.
Du musst nicht die beste Idee aller Zeiten finden. Und du musst auch nicht sofort wissen, wie die ganze Geschichte verlaufen wird. Wichtig ist erstmal nur, dass du einen Impuls findest, mit dem du glaubst, ins Schreiben kommen zu können.
Oft reicht dafür schon ein kleiner Funke – etwas, das dich neugierig macht oder bei dem du das Gefühl hast, dass sich dahinter mehr verbergen könnte.
Vielleicht ist es eine Situation, die dich anspricht. Vielleicht eine Figur, die dich interessiert. Oder eine Frage, auf die du selbst noch keine Antwort hast.
1. Ideen mit Konflikt – der einfachste Einstieg in eine Geschichte
Wenn du dir unsicher bist, wo du anfangen sollst, hilft es, mit einer Situation zu starten, in der bereits Spannung angelegt ist. Also dort, wo etwas nicht reibungslos läuft, wo etwas auf dem Spiel steht oder wo eine Entscheidung unausweichlich wird.
Denn genau solche Momente bringen Bewegung in eine Geschichte – und geben dir gleichzeitig etwas, woran du dich beim Schreiben orientieren kannst.
- Eine Figur bekommt genau das, was sie sich immer gewünscht hat – und merkt, dass es ein Fehler war.
- Zwei Menschen wollen dasselbe, aber nur einer kann es bekommen.
- Jemand muss eine Entscheidung treffen, obwohl wichtige Informationen fehlen.
- Eine Person sagt die Wahrheit – und richtet damit mehr Schaden an als eine Lüge es getan hätte.
- Eine Figur versucht, einen Fehler wiedergutzumachen, der sich nicht rückgängig machen lässt.
- Eine Lüge wird ausgesprochen und entwickelt nach und nach ein Eigenleben.
- Jemand kehrt an einen Ort zurück, den er eigentlich für immer hinter sich lassen wollte.
Wenn du eine dieser Ideen auswählst, kannst du dich im nächsten Schritt fragen, was genau für deine Figur auf dem Spiel steht – daraus entsteht die Richtung, in die sich deine Geschichte entwickeln wird.
2. Ideen über Figuren – wenn du von einer Person aus starten willst
Oft ist es weniger die Situation als vielmehr eine Figur, die den Ausgangspunkt bildet. Eine Person, die etwas mit sich herumträgt, die in einer bestimmten Lage steckt oder die sich mit etwas auseinandersetzen muss.
Auch daraus entstehen starke Geschichten – vor allem dann, wenn du beginnst, dich für das Innenleben dieser Figur zu interessieren.
- Eine Figur hat ein Geheimnis, das auf keinen Fall ans Licht kommen darf.
- Jemand beginnt, an seiner eigenen Wahrnehmung zu zweifeln.
- Eine Person trifft jemanden wieder, den sie längst hinter sich gelassen glaubte.
- Eine Figur trifft eine Entscheidung – und versteht erst später, was sie wirklich bedeutet.
- Jemand spielt eine Rolle so lange, bis sie zur eigenen Realität wird.
- Eine Person versucht bewusst, jemand anderes zu sein – und hat damit mehr Erfolg als erwartet.
Wenn du hier ansetzt, kann es hilfreich sein, dich zu fragen, was diese Figur antreibt und warum genau das nicht so einfach zu erreichen ist, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint.
3. „Was wäre, wenn“-Ideen – für einen offenen Einstieg
Neben konkreten Situationen und Figuren kannst du auch eine offene Frage nutzen, um ins Schreiben zu kommen.
Diese „Was wäre, wenn“-Ideen sind weniger festgelegt, geben dir aber gleichzeitig eine Richtung, in die du denken und schreiben kannst.
- Was wäre, wenn Erinnerungen veränderbar wären – aber nicht für alle gleich?
- Was wäre, wenn jemand merkt, dass eine wichtige Erinnerung nie passiert ist?
- Was wäre, wenn eine Entscheidung aus der Vergangenheit rückgängig gemacht werden könnte?
- Was wäre, wenn zwei Menschen dieselbe Geschichte erzählen – und beide haben recht?
- Was wäre, wenn jemand erkennt, dass er in der falschen Version seines Lebens gelandet ist?
- Was wäre, wenn eine kleine Entscheidung Jahre später große Folgen hat?
- Was wäre, wenn sich herausstellt, dass ein großer Erfolg auf einem Irrtum basiert?
Gerade hier lohnt es sich, nicht zu lange auf der abstrakten Ebene zu bleiben, sondern möglichst schnell in eine konkrete Szene zu wechseln und zu überlegen, wo genau diese Geschichte beginnen könnte.

Swim Away. Sportroman [Sacrifice for the Dream x Found Identity] – Teil 1 der Triathlon-Trilogie von Autorin Kiki Sieg.
Eine fesselnde Young-Adult-Story über das Risiko, alles zu verlieren – und die Chance, sich selbst neu zu finden.
Aurelie ist talentiert, diszipliniert und voller Kampfgeist – gute Voraussetzungen, um erfolgreiche Triathletin zu werden. Doch schon im ersten Wettkampf der neuen Saison merkt sie, dass es nicht nur um Zeiten und Platzierungen geht – sondern darum, herauszufinden, was wirklich in ihr steckt.
Wie viel ist sie bereit zu opfern, um ihren Traum zu leben – und wer wird sie sein, wenn der Preis zu hoch ist?
So kommst du jetzt wirklich ins Schreiben: 3 hilfreiche Tipps
Wie du vermutlich auch schon gemerkt hast, besteht die Krux oft darin, dass es mit einer guten Idee alleine leider noch nicht getan ist. Der Schritt von der Idee zum tatsächlichen Schreiben, zu echten Wörtern auf dem Papier, kann sich unüberwindbar anfühlen.Die Lösung: Erlaube dir, den Einstieg so einfach wie möglich zu machen und setze keine Erwartungen an dich, außer Wörter aufs Papier zu bringen. Ob diese Wörter “gut” oder “schlecht” sind, in der Endversion noch vertreten oder lange ersetzt sein werden, spielt an dieser Stelle keine (!) Rolle.

Tipp #1 Du musst nicht am Anfang beginnen
Viele gehen davon aus, dass eine Geschichte immer am Anfang beginnen muss. Dass man chronologisch vorgehen sollte und sich Schritt für Schritt durch die Handlung arbeitet.
Guess what – das kannst du so machen, aber das musst du nicht!
Es gibt kein Schreibgesetz, das vorschreibt, dass du deine Geschichte linear entwickeln musst. Du darfst springen. Du darfst dort anfangen, wo es dir in den Fingern kitzelt.
Oft ist das überhaupt nicht der Anfang, sondern ein spannender, entscheidender Moment mitten in der Geschichte. Eine Szene, die du besonders deutlich vor dir siehst. Ein Gespräch. Eine Situation, die sich bereits lebendig anfühlt.
Dann fängst du einfach genau dort an zu schreiben.
Statt dich zu fragen, wie alles beginnt, erlaubst du dir also, einfach das aufzuschreiben, was bereits da ist: Was siehst du vor deinem inneren Auge? Wer ist beteiligt? Was passiert in diesem Moment?
Und wenn du einmal ins Schreiben gefunden hast, bekommst du schnell ein Gefühl dafür, was vor und nach dieser Szene passieren könnte. Du kannst später immer noch ergänzen oder den Verlauf anpassen.
Schreiben ist kein gerader Weg von Anfang bis Ende. Es ist ein Prozess, in dem du dich vorwärts, rückwärts und manchmal auch seitwärts bewegst.
Sich genau diese Freiheit zu erlaubt, macht es leichter, überhaupt ins Schreiben zu kommen.
Tipp #2 Schreibe, ohne dich zu unterbrechen
Nimm eine Figur, die dir einfällt, und schreibe drei Eigenschaften aEin weiterer Tipp besteht darin, dir bewusst einen Rahmen zu setzen, in dem du einfach schreibst, ohne dich ständig selbst zu korrigieren.
Du könntest dir zum Beispiel zehn oder fünfzehn Minuten Zeit nehmen und in dieser Zeit einfach dranbleiben – auch dann, wenn du unsicher bist oder nicht genau weißt, wie es weitergeht. In solchen Momenten hilft eine einfache Frage: Was passiert als Nächstes? Diese Frage ist oft genug, um dich wieder in Bewegung zu bringen.
Wenn du merkst, dass du trotzdem immer wieder ins Stocken gerätst oder dich selbst unterbrichst, kann dir eine ganz konkrete Schreibübung helfen: Freewriting.
Beim Freewriting geht es darum, für eine festgelegte Zeit einfach durchzuschreiben – ohne abzusetzen, ohne zurückzugehen und ohne zu korrigieren. Selbst wenn dir gerade nichts einfällt, bleibst du in Bewegung und schreibst weiter. Notfalls schreibst du genau das: dass dir gerade nichts einfällt.
Der entscheidende Punkt dabei ist nicht, dass ein „guter“ Text entsteht, sondern dass du den inneren Filter ausschaltest, der sonst womöglich sehr früh eingreift und dich ausbremst.
Gerade wenn du am Anfang stehst oder das Gefühl hast, nicht richtig ins Schreiben zu kommen, ist das eine der effektivsten Methoden, um diesen ersten Widerstand zu überwinden.
Wenn du tiefer in die Methode einsteigen möchtest, habe ich hier einen ausführlichen Artikel über Freewriting geschrieben (klick).
Du kannst Freewriting auch direkt mit den Ideen aus diesem Artikel verbinden: Wähle eine Idee aus, stell dir eine Szene vor und schreibe zehn Minuten lang einfach alles auf, was dir dazu einfällt – ohne Pause, ohne Bewertung.
Tipp #3 Erlaube dir, unperfekt zu schreiben
Wenn du deine Figur wirklich verstehen willst, stell ihr Gerade am Anfang ist der Anspruch oft besonders hoch, ich kenne das persönlich nur allzu gut. Viele (ich auch) möchten direkt etwas schreiben, das „veröffentlichungsreif“ ist – und blockieren sich genau dadurch selbst.
Dabei ist der erste Entwurf nie das fertige Ergebnis. Er ist ein Zwischenschritt. Du wirst es später noch überarbeiten und es darf sich noch weiter entwickeln.
In der Schreibpraxis gibt es dafür einen sehr treffenden Begriff: „Shitty First Draft“.
Gemeint ist damit kein schlechter Text im Sinne von „misslungen“, sondern eben einfach ein erster Entwurf, der noch roh ist, vielleicht sprunghaft, stellenweise unklar oder sprachlich nicht ausformuliert.
Dieser erste Entwurf ist nicht dafür da, gelesen oder bewertet zu werden. Er ist dafür da, dass überhaupt etwas entstehen darf.
Blockiere dich nicht, indem du versuchst, Schreiben und Überarbeiten gleichzeitig zu erledigen. Wenn du stattdessen akzeptierst, dass dein erster Entwurf noch nicht gut sein muss, trennst du gekonnt die zwei Schritte, die auch nicht zusammengehören: das Schreiben und das Überarbeiten.
Erst schreibst du. Dann überarbeitest du. Nicht gleichzeitig.
Wenn du dir erlaubst, zunächst einen „unordentlichen“ Text zu schreiben, nimmst du Druck aus dem Prozess – und gewinnst gleichzeitig etwas Entscheidendes: Material, mit dem du weiterarbeiten kannst.
Denn ein unfertiger Text lässt sich überarbeiten. Ein leeres Blatt nicht.
Mini-Übung: Fang jetzt an
Wenn du magst, kannst du diesen Moment direkt nutzen, um ins Schreiben zu kommen, anstatt nur weiter darüber nachzudenken, wie du anfangen könntest.
Wähle dafür eine der Ideen aus, die dich beim Lesen angesprochen hat – ohne lange abzuwägen, welche die beste sein könnte. Es geht an dieser Stelle nicht darum, die perfekte Idee zu finden, sondern eine, mit der du überhaupt ins Schreiben findest.
Stell dir dann eine Figur vor und bring sie in eine konkrete Situation. Du musst dafür noch nicht alles über sie wissen. Es reicht, wenn du ein erstes Bild vor Augen hast: Wo ist diese Figur gerade? Was passiert in diesem Moment?
Setz dir anschließend einen Timer auf zehn Minuten und beginne zu schreiben.
Versuche, in dieser Zeit nicht zurückzugehen, nichts zu korrigieren und nicht zu bewerten, ob das, was du schreibst, „gut“ ist oder nicht. Bleib einfach in der Szene und folge dem, was sich während des Schreibens entwickelt.
Vielleicht fühlt es sich am Anfang ungewohnt an oder etwas holprig. Das ist völlig normal.
Wichtig ist nur, dass du beginnst.
Fazit
Du musst nicht auf die perfekte Idee warten, um mit dem Schreiben zu beginnen.
Viel entscheidender ist, dass du dir erlaubst, mit dem zu arbeiten, was bereits da ist – auch wenn es sich im ersten Moment noch unklar oder unfertig anfühlt.
Geschichten entstehen selten aus vollständig ausgearbeiteten Einfällen. Sie entwickeln sich im Schreiben, Schritt für Schritt, Szene für Szene.
Wenn du anfängst, diesen Prozess zuzulassen und nicht mehr versuchst, alles im Voraus zu kontrollieren, wird der Einstieg nach und nach leichter.
Und genau darum geht es letztlich: nicht darauf zu warten, dass sich alles richtig anfühlt, sondern den Moment zu nutzen, in dem du bereit bist, anzufangen.
Weiterführende Links für dich:
Noch mehr Inspiration findest du hier auf meinem Blog:
- Realistische Dialoge schreiben, die spannend, echt und unvergesslich sind: So gibst du deinen Figuren eine eigene Stimme
- Kreativer schreiben: Was es wirklich bedeutet – und wie du es lernen kannst
- Show, don’t tell – Wie du deine Leser:innen mitten ins Herz deiner Geschichte katapultierst
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Du suchst nach weiteren Ideen – und merkst, dass dich vieles davon nicht wirklich packt?
Oft liegt das nicht daran, dass dir die Kreativität zum Schreiben fehlen würde. Sondern daran, dass du noch nicht die Themen gefunden hast, die dich wirklich interessieren.
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deine Kiki
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